Tiefdruckerzeugnis Geld
06.04.2020 | 4 Minuten Lesezeit

Der Tiefdruck

Ob Kataloge, Banknoten, Wertpapiere oder Parfümverpackungen – der Tiefdruck ist weit verbreitet. Ästhetik und Langlebigkeit gehören zu seinen größten Stärken. Woher kommt der Tiefdruck, wie funktioniert er und welche Vorteile bietet er Ihrem Unternehmen?

Tiefdruck: Definition

Beim Tiefdruck handelt es sich um ein Druckverfahren, bei dem Vertiefungen, die die Druckfarbe aufnehmen, direkt in die Druckform eingearbeitet sind. Wenn zum Beispiel Text auf eine leere Fläche gedruckt werden soll, sind die Buchstaben in die Druckform eingeprägt.

Wie funktioniert das Tiefdruckverfahren?

Schematische Darstellung des TiefdruckverfahrensSchematische Darstellung des Tiefdruckverfahrens
Das Tiefdruckverfahren setzt sich aus drei Schritten zusammen:
  • Die Druckplatte oder der Druckzylinder mit den gewünschten Abbildungen wird vollständig eingefärbt.
  • Mithilfe einer sogenannten Rakel wird die Druckfarbe sorgfältig von der Oberfläche der Formen abgezogen. Nur an den tieferen Stellen, den tatsächlichen Druckelementen, bleibt Druckfarbe haften.
  • Anschließend findet die Farbübertragung statt: Mit starkem Pressdruck und mithilfe der saugenden Kraft des Papiers gelangt die Farbe auf das Druckmedium.

Hat ein Druckmedium weniger Saugkraft als Papier, was zum Beispiel bei Kunststoff der Fall ist, funktioniert die Farbübertragung mittels elektrostatischer Aufladung. Der industrielle Tiefdruck bedient sich in diesem Fall ausschließlich der Rakel und der Druckzylinder. Druckplatten kommen hier nicht zum Einsatz.

Wie ist eine Tiefdruckmaschine aufgebaut?

Der Mittelpunkt der Tiefdruckmaschine ist das Druckwerk. Aus den folgenden Bestandteilen setzt es sich zusammen:
  • Druckzylinder: die Basis der Maschine
  • Rakel: ein schmales Stahlband, das überschüssige Farbe von der Druckform entfernt
  • Farbwanne: der Aufbewahrungsort für die Druckfarbe
  • Formzylinder: nimmt die Druckfarbe aus der Farbwanne auf
  • Trocknungssystem: kleine Kammer, in der die alte Farbe vor dem nächsten Druckeinsatz trocknet

Welche Tiefdrucktechniken gibt es?

Der Begriff „Tiefdruck“ bezieht sich nicht auf ein einziges Druckverfahren. Er ist vielmehr ein Oberbegriff für verschiedene Techniken. Im industriellen Umfeld dominiert der Rotationsdruck oder Rakeltiefdruck. Das Papier stammt hierbei direkt von der Rolle. Gedruckt wird nach dem Prinzip „Zylinder gegen Zylinder“.

Für dreidimensionale Objekte und unebene Oberflächen und Verpackungen empfiehlt sich der sogenannte Tampondruck. Das Herzstück dieses Druckverfahrens ist ein elastischer Tampon aus Silikonkautschuk. Zuverlässig absorbiert er die Farbe aus einer Tiefdruckform. Anschließend bringt er sie auf das Druckmedium auf. Als künstlerische Tiefdruckverfahren haben sich sowohl die Radierung als auch der Kupfer- und Stahlstich durchgesetzt. Für die Gestaltung von ganzen Rollen und Bögen bietet sich der sogenannte Bogendruck an. Allerdings findet er heute kaum noch Anwendung. Meist beschränkt er sich auf Spezialaufträge, vor allem auf den Druck von Metallfarben und Lacken.

Bei den meisten Techniken handelt es sich um Direktdrucktechniken – mit Ausnahme des Tampondrucks. Er gibt die Farbe indirekt an den Bedruckstoff weiter.

Welche Arten von Druckformen gibt es?

In der Druckformherstellung gibt es drei verschiedene Verfahren, die sich hinsichtlich der Größe und der Tiefe der Näpfchen (so nennt man die Rasterpunkte, in die das Druckbild zerlegt wird) unterscheiden lassen:
  • Konventionelles Verfahren: Die Näpfchen sind unterschiedlich tief, aber gleich groß.
  • Autotypisches Verfahren: Die Näpfchen sind unterschiedlich groß, aber gleich tief.
  • Halbautotypisches Verfahren: Die Näpfchen unterscheiden sich sowohl in der Größe als auch in der Tiefe.

Tiefdruck: Beispiele

Der Tiefdruck gehört zu den ältesten Drucktechniken. Welche Technik sich für welches Produkt am besten eignet, hängt meist von der Auflage ab. Bei höheren Stückzahlen gewinnt der Rollendruck, bei niedrigeren Stückzahlen der Bogendruck.

Anwendungsbeispiele für den Rollentiefdruck:

  • Kataloge
  • Bücher, Broschüren
  • Zeitungen und Magazine
  • Illustrationen
  • Verpackungen in hoher Stückzahl

Anwendungsbeispiele für den Bogentiefdruck:

  • Kosmetik- und Parfümverpackungen
  • Zigarettenverpackungen
  • Textil- und Dekordruck
  • Wertpapiere, Briefmarken, Banknoten
  • Displays

Speziell bei Druckerzeugnissen mit hoher Auflage wie Zeitschriften, Katalogen und Broschüren lohnt sich das anspruchsvolle Druckverfahren.

Merkmale des Tiefdrucks

Das Markenzeichen des Tiefdrucks ist der Zackenrand an den Lettern, auch Sägezahneffekt genannt. Zustande kommt er durch die Näpfchen. Da der Bedruckstoff nicht nur aus dem halben, sondern dem gesamten Näpfchen Farbe schöpft, entstehen keine scharfen Kanten. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die auffällig glatte Oberfläche des Bedruckstoffs. Ob Folie oder Papier: Jede Oberfläche fühlt sich überraschend weich und geschmeidig an. Hinzu kommt der charakteristische Plattenrand, besser bekannt als Facette. Er prägt sich so tief in den Bedruckstoff ein, dass auch auf der Rückseite eine leichte Erhöhung entsteht. Die kleinen Maßdifferenzen von verschiedenen Abzügen einer Platte sind ebenfalls typisch für das Tiefdruckverfahren. Sie entstehen durch die Feuchtigkeit der fertigen Druckerzeugnisse. Während die Bögen trocknen, schrumpfen sie meist etwas.

Der Tiefdruck – ein Druckverfahren, das hohen Qualitätsansprüchen genügt

Der Tiefdruck besticht durch höchste Qualität. Möglich machen es die feinen Näpfchen, die der Stichel behutsam in der Druckform verewigt. Ihre Maße bestimmen die Farbverteilung. Sowohl die Breite als auch die Höhe definieren exakt, wie viel Druckfarbe der Zylinder an welchen Stellen aufnimmt. Diese Präzision wirkt sich auf die Halbtöne aus, die Farbnuancen Ihres Druckerzeugnisses. So bilden Tiefdrucktechniken die Farbabstufungen tatsächlich ab. Anderen Techniken wie dem Hoch- und Offsetdruck gelingt dies nicht. Sie stimulieren nur die Farbnuancen.

Insbesondere beim Illustrationsdruck macht sich die hohe Qualität des Tiefdrucks bemerkbar. Dank der feinen Rasterung kommt die Abbildung dem Original erstaunlich nahe. Mit besonderen Effekten überzeugt der Bogendruck. Greift er bei der Produktion auf Sonderfarben zurück, gelingen ihm mithilfe des Offsetdrucks außergewöhnliche Farbakzente.

Tiefdruck: Geschichte

Der Tiefdruck gilt als das zweitälteste Druckverfahren nach dem Hochdruck. Seine Wurzeln reichen bis ins frühe 15. Jahrhundert zurück, wo die simple Technik erstmals in der Kupferstechkunst im oberdeutschen Raum angewandt wurde. Historiker vermuten jedoch ein deutlich früheres Entstehungsdatum. Ihrer Einschätzung nach gab es die ersten Kupferstiche bereits im Altertum. Für die Herstellung von gravierten Schmuckstücken oder Gefäßen bedienten sich Gold- und Silberschmiede der präzisen Tiefdrucktechnik.

Als die wahre Geburtsstunde des Tiefdrucks gilt aber das Jahr 1910. Zwei Beilagen der Freiburger Zeitung revolutionierten die Welt der Druckerzeugnisse und das Zeitungswesen im Speziellen. Zu sehen gab es verschiedene Bilder im Tiefdruck, geschickt eingebettet in den normalen Buchdrucktext. Von diesem Zeitpunkt an galt der Tiefdruck als das beliebteste Illustrationsverfahren für Zeitungen und Zeitschriften. Nicht nur der Ästhetik wegen, sondern auch dank der deutlich höheren Druckgeschwindigkeit gewann das Tiefdruckverfahren an Bedeutung.

Sie haben mit Ihrem Unternehmen Größeres geplant, sind sich jedoch noch unsicher, welche Drucktechnik Sie wählen sollen? Gerne beraten Sie unsere Experten bei der Gestaltung und Produktion Ihrer Druckaufträge. Gemeinsam finden wir heraus, ob Tiefdrucktechniken für Ihr Projekt infrage kommen.

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